Wie viel Technik man im Leben wirklich benötigt

Es gibt immer mehr neue technische Geräte und oft sind es wirklich nur kleine Spielereien, die im Endeffekt überhaupt nicht das wert sind, was sie kosten. Als das erste iPad auf den Markt kam, haben sich die Leute fast die Köpfe eingeschlagen, nur um von sich behaupten zu können, dass sie zu den ersten Menschen gehören, die je ein iPad besaßen. Das ist der typische Lifestyle und das ist genauso typisch für die heutige Zeit. Menschen können sich nur noch voneinander abheben, wenn sie etwas ganz besonderes besitzen. Vieles geht um Geld, Macht und Schönheit. Die Persönlichkeit wird dabei etwas in den Schatten gestellt, doch wie viel Technik haben wir denn nötig? Müssen wir uns wirklich immer direkt auf alles einlassen, nur weil es neu und schön ist?

Es fängt schon bei der Erziehung der Kinder an. Wie viele Kinder gibt es, die auf ihrem iPad spielen anstelle eine Puppe anzuziehen oder mit ihren Autos auf dem Boden herumfahren? Neue Technik hilft Eltern nur zu oft, ihre Kinder genau im Blick zu behalten und oft denken sie, dass sie ihnen was gutes damit tun. Es ist ein sicheres Spielzeug, mit dem sie sich nicht verletzten können. Das stimmt auch so weit, aber tut es den Kindern wirklich gut oder sollten die Kleinen erst einmal in einer Welt ohne den ganzen neumodischen Schnickschnack leben? Es fing vor einigen Jahren mit dem Babyfon an, was nun eine wirklich sinnvolle Erfindung war. Danach kamen Sensoren und Atmungsüberwachungsmaschinen. Wenn es um die Sicherheit der eigenen Kinder geht, so können Eltern eigentlich nicht genug Geld investieren. Nichts ist ihnen teuer genug, um ihre Kleinen zu beschützen. Darüber hinaus besitzen immer mehr Grundschulkinder bereits Smartphones, mit denen sie schließlich jederzeit Zugang zum Internet haben. Ist das nicht ein bisschen zu viel? Eltern sind der Meinung, dass es wichtig ist, um sie jederzeit erreichen zu können. Man kann eigentlich immer nachfragen oder herausfinden, wo sich die Kleinen gerade befinden. Die Smartwatch ist ein weiteres Überwachungsgerät. Diese sieht aus wie eine Uhr, gibt aber zu jeder Zeit Auskunft über den Aufenthaltsort. Sobald das Kind in einer unangenehmen Situation ist, kann der Notrufknopf eingeschaltet werden. Das erzeugt natürlich Sicherheit, vor allem für die Eltern. Viele Kinder verlassen sich aber so sehr auf die ganze Technik, dass die Eigenverantwortung stark reduziert wird. Man muss eine starke Persönlichkeit entwickeln, was allerdings nur geht, wenn man Gefahren richtig einschätzen kann. Übervorsichtige Eltern werden ihre Kinder in nahezu jeder Lebenslage überwachen. Das ist nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern anstrengend. Wenn sich Kinder ständig unter der Glaskuppel bewegen, wird dieses als Erwachsener einen Beobachtungs-Zwang erlangen. Man muss sich die Frage stellen, ob das alles überhaupt notwendig ist, da wir schließlich früher auch überlebt haben. Überbehütung wird das Selbstvertrauen maßgeblich beeinflussen. Hinzu kommen die ganzen Markenprodukte (Apple, Native Union, Samsung), die bereits von Kindern besessen werden, um zu zeigen, dass Geld im Haus ist. Alles in allem sollte man die Grundeinstellung überdenken und sich einfach mal fragen, wie das Ganze abgelaufen ist, als man selbst noch Kind war.